Fachtagung: "Eine Welt im Museum. Koloniales Erbe in der kulturellen Bildungsarbeit."

Zeit: Montag, 31. Oktober 2016 bis Dienstag, 1. November 2016
Ort: Schifffahrtsmuseum Flensburg, Schiffbrücke 39, 24939 Flensburg
Veranstalter: Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI), Schifffahrtsmuseum Flensburg

Museen beleuchten schlaglichtartig Fragestellungen und Positionen einer Gesellschaft. Globales Lernen im Museum richtet den Blick auf globale Zusammenhänge und Wechselwirkungen.Im Mittelpunkt der diesjährigen Fachtagung zum Globalen Lernen im Museum steht die Frage nach der Bedeutung des Kolonialen Erbes in der kulturellen Bildungsarbeit.
Wie sehen wir uns? Wie nehmen wir andere wahr? Wie werden wir von anderen wahrgenommen?
Die Aufnahme zahlreicher geflüchteter Menschen rückt diese Diskussionspunkte zum Umgang mit „uns“ und zum Umgang mit den „ Anderen“ wieder in den Vordergrund öffentlicher Wahrnehmung. Auch die Frage nach der Verantwortung für Menschen aus dem Globalen Süden gehört in diesen Reflexionszusammenhang.
Mit Impulsvorträgen, Projektpräsentationen und Diskussionsrunden beleuchten wir am ersten Tag die Bedeutung des Kolonialen Erbes in der kulturellen Bildungsarbeit aus unterschiedlichen Perspektiven. Am zweiten Tag lernen Sie zwei Methoden kennen, mit denen Sie das Thema in der eigenen Bildungsarbeit umsetzen können.

Anmeldung und weitere Infos:

Die Veranstaltungsgebühr beträgt 65 €; ermäßigt 45 €.  
Bitte nutzen Sie folgendes Formular zur Anmeldung:
Anmeldeformular Fachtagung Eine Welt im Museum 2016" als PDF.

Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten erhalten Sie bei der regionalen Tourismusagentur im Internet unter: www.flensburger-foerde.de


Programm:

Das detaillierte Veranstaltungsprogramm zur Fachtagung "Eine Welt im Museum 2016" entnehmen Sie bitte dem Faltblatt das Sie hier als PDF herunterladen können.

Die Veranstaltung bei Facebook:
https://www.facebook.com/events/1593537497618945/


Vorträge und Workshops:

Vortrag: Recognizing Colonialism. An African-Caribbean perspective on the Colonial Legacy of Flensburg

Referentin: Dr. Imani Tafari-Ama, Kulturwissenschaftlerin, Fellow-Curator, Flensburger Schifffahrtsmuseum)

Zeit: Montag, 31.10.2016 - 13:30 Uhr

2017 marks the centennial of the sale of the Virgin Islands and its inhabitants to the United States of America (USA) in for $25 million (over $509 million in today’s money). The Koloniales Erbe project provides a critical African-Caribbean perspective on Danish colonialism and its traumatic legacy in Flensburg, the Virgin Islands and Ghana in order to re-trace the infamous Transatlantic Enslavement Trade among Europe, Africa and the Caribbean.   As Virgin Islanders contend, this sale was not just about the three islands that comprise the Virgin Islands – St. Croix, St. Thomas and St. John. It was convenient for Denmark to sell the people – predominantly, the African population – who they wished to discard since they had served the purpose of enriching Denmark with their unremunerated labour and threatened the security of their enormous fortune in the aftermath of the 1848 Emancipation development. The consequent question of uncertain citizenship as a result of the USA’s settler colonialism consequent to its acquisition of these three strategically located islands is of considerable concern to Virgin Islanders and constitutes a significant stream of consciousness in this project to produce a multi-media research ethnography, exhibition and paper on Danish colonialism and legacy.

Über die Referentin:
Imani Tafari-Amas PhD is in Development Studies, which she obtained from the Institute of Social Studies,  in The Hague, where she also pursued a masters degree in Women and Development Studies.
She lectured in various departments at University of the West Indies between 2004 and 2015. She taught courses including feminist methodology and epistemology at the Institute of Gender and Development Studies; participatory action research and the policy process at the Caribbean Institute of Media and Communication; the culture of rastafari and african religious retentions in the caribbean at the Institute of Caribbean Studies. In addition, she lectured in the Department of Sociology, Psychology and Social Work on race, ethnicity and national identities in the caribbean and thought and action in the african diaspora.
http://www.fellow-me.de/fellows/imani-tafari-ama/
www.flensburg.de/schifffahrtsmuseum


Vortrag: German Colonial Past in the Making: Museale Repräsentation kolonialer Geschichte und Perspektiven für Globales Lernen

Referentin: Jasmin Alley (Freie Museologin und Kuratorin)

Zeit: Montag, 31.10.2016 - 14:15 Uhr

Wie konstruieren und interpretieren Museen die deutsche koloniale Vergangenheit und was für „Bilder“ und Wissen produzieren sie über diesen Teil der deutschen Geschichte?Der Vortrag präsentiert zwei Ausstellungsanalysen kolonialgeschichtlicher Repräsentation in Museen. Den kolonialgeschichtlichen Abschnitt der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin und des Museums für Hamburgische Geschichte. Der Vortrag beleuchtet wie aus postkolonialer Perspektive Objekte, Text und Gestaltung bestimmte Blickwinkel produzieren. Schließlich wird erörtert welche Perspektiven partizipative Strategien und die Beschäftigung mit der deutsche Kolonialgeschichte, aus dem Blickwinkel Postkolonialer Studien und der Verflechtungsgeschichte, für Globales Lernen bieten können.

Über die Referentin:
Jasmin Alley studierte Anthropologie und Ethnologie in Mainz und Museolgie an der Reinwardt Academie in Amsterdam. Derzeit ist sie u.A. Gastdozentin an der Reinwardt Academie, Konzepterin/Texterin für Ausstellungen bei der Kommunikationagentur simple in Köln tätig.
www.ahk.nl/en/reinwardt/
www.simple.de/de


Vortrag: "How can museum create exhibitions for specific audience types and which are the problems that go along  with this approach?"

Referent: Dr. John-Paul Sumner, Fellow am  Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

Zeit: Montag, 31.10.2016 - 15:00 Uhr

Some definitions, what do we mean by the words accessibility, engagement and participation? Here I can show a case study of a museum that I worked-in in Scotland where we tried to make the collections accessible in a visitor focused way. For example, we created exhibits for specific audiences. I can introduce some methods and practices that help create visitor focused exhibitions and describe how these have been adopted by Museum für Islamische Kunst, in Berlin.

Über den Referenten: Dr. John-Paul Sumner, Fellow am  Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.
The Fellowship Internationales Museum programme is comprised of 18 academic internships, financed by the Kulturstiftung  des Bundes of the Federal Cultural Foundation. I am one of these Fellows, my role is to participate in developing prototypes in the museum and implement new strategies and processes in the museum. The objective is to strengthen the importance of educational activities at the museum and develop accessibility, engagement and participation both within the team and by visitors.
www.fellow-me.de/fellows/john-paul-sumner/
www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-islamische-kunst/home.html


Vortrag: Ungehörte Stimmen hörbar machen. Multikulturelle Perspektiven in Kunst und Kultur wahrnehmen. Erfahrungen aus der Praxis.

Referentin: Tina Jerman, M.A., Kulturwissenschaftlerin und Geschäftsführerin EXILE-Kulturkoordination, Essen

Zeit: Montag, 31.10.2016 - 16:15 Uhr

Die bundesweit tätige EXILE-Kulturkoordination e.V, als Vermittlungsstelle für Nord-Süd-Kultur mit dem Schwerpunkt Kunst und Kultur als Medium zur Begegnung und Auseinandersetzung mit verschiedenen Lebenswelten und Kulturen, unterstützt die Institutionen und Initiativen in ihrer interkulturellen und entwicklungspolitischen Kultur-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Dazu beraten wir Kultur- und Bildungsinstitutionen und –initiativen, entwickeln thematisch relevante Kulturangebote - wie Theater- und Musiktourneen, Wanderausstellungen, Literaturveranstaltungen sowie Kunst- und Kulturprojekte – und vermitteln diese, begleitet durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.
Darüber hinaus beraten wir Kultur- und Bildungseinrichtungen bei Prozessen der diversitätsorientierten interkulturellen Positionierung.
www.exile-ev.de


Vortrag: Militärisches Erbe und koloniale Vergangenheit. Ein Thema für die kulturelle Bildungsarbeit im Flandernbunker in Kiel.

Referent: Dr. Jens Rönnau (Kunst- und Kulturwissenschaftler, Journalist)

Zeit: Montag, 31.10.2016 - 17:00 Uhr

Welche Bedeutung hat die Erinnerung an vergangene militärische Ereignisse und wie ändert sie sich im Laufe der Zeit im Spiegel gesellschaftlicher Leitbilder? Welche Verantwortung entsteht aus der Erinnerung an die militärische Vergangenheit; wie muss beispielsweise die Zivilgesellschaft wachsam sein und den Dialog zur Bundeswehr suchen, um der Gefahr der Instrumentalisierung des Militärs bei der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen vorzubeugen? Welcher Anspruch entsteht an Ausstellungsmacher_innen im Hinblick auf die zu vermittelnden Ziele? Gibt es Parallelen bei der Entwicklung der Erinnerungskultur zum militärischen Erbe und zur kolonialen Vergangenheit? Welche Ziele verfolgt der Verein Mahnmal Kilian mit der kulturellen Bildungsarbeit? Und welche Zielgruppen werden erreicht?

Über den Referenten:
Dr. Jens Rönnau ist Kunst- und Kulturwissenschaftler und Journalist. 1995 Begründer und Vorsitzender des Verein Mahnmal Kilian zum Erhalt der Ruine des ehemaligen U-Bootbunkers Kilian als Mahnmal und Friedensdenkmal. Nach Abriß der Ruine Erwerb und Ausbau des Flandernbunkers in Kiel vor dem Marinehafen, seitdem dort Organisation und Durchführung von Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen, Theateraufführungen, Zeitzeugenarbeit und pädagogischer Arbeit.
www.mahnmalkilian.de


Workshop: Storyline-Methode. Wir planen ein Museum! Koloniales Erbe als Thema mit und im Museum.

Referent: Dr. Ulf Schwänke

Zeit: Dienstag, 1.11.2016 - 9:15 Uhr

In dem Workshop sollen die Teilnehmenden die Storyline-Methode kennenlernen.
Sie tun dies zunächst in der Rolle von Lernenden, die sich ein museumsrelevantes Thema erarbeiten. Der Workshop ist gekennzeichnet durch eigenes praktisches Tun und theoretische Reflexion sowie durch den Wechsel zwischen Einzelarbeit, Gruppenarbeit und Plenum. Die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit wird vorausgesetzt. Am Ende des Workshops sollen alle Teilnehmenden in der Lage sein, die Eignung der Methode für ihre eigenen Unterrichtsprojekte beurteilen zu können.

Der Storyline-Ansatz geht davon aus, dass die Lernenden nicht belehrt werden, sondern sich die Unterrichtsinhalte selbstständig aneignen. Sie suchen Antworten auf Fragen zu realen Lebenssituationen und erarbeiten sich dadurch Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen. Die einzelnen Lernschritte ergeben einen Zusammenhang wie in einer Geschichte. Der Unterricht folgt dieser Story und ist daher fächerübergreifend. Es werden überwiegend praktische Aufgabenstellungen bearbeitet; dabei bringen die Lernenden ihre Ideen und Erfahrungen ein. Kreatives Tun, logisches Denken und gemeinsames Problemlösen greifen in einer entspannten Workshop-Atmosphäre ineinander.

Über den Referenten:
Dr. Ulf Schwänke ist als Erziehungswissenschaftler Privatdozent an der Universität Hamburg mit langjähriger Unterrichtspraxis und Leitungserfahrung in der Erwachsenenbildung und der betrieblichen Aus- und Fortbildung.
Seit 1980 arbeitet er u.a. mit der Storyline-Methode. Als Storyline consultant hat er eine Vielzahl von Fortbildungen für Unterrichtende geleitet. Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg ist seit einigen Jahren das Thema "Kunst und Kognition".
www.schwaenke.de


Workshop: Design-Thinking. Wie können wir uns für neue Zielgruppen öffnen?

Referent: Ulrich Bähr, Medienwissenschaftler

Zeit: Dienstag, 1.11.2016 - 9:15 bis 12:00 Uhr

„Design Thinking“ ist ein Verfahren, um kreative Prozesse in einem Team mit unterschiedlichen Kenntnissen und Erfahrungen anzuregen. Ziel ist es, Ideen, Produkte oder Projekte zu entwickeln. Einfühlen – verstehen – definieren – Ideen entwickeln – Prototypen erstellen und testen, das sind die Elemente der Methode, die aus dem Produktdesign stammt. Die Methode kann einerseits im Rahmen der Einbeziehung von (neuen) Besucher_innen in das Museum angewendet werden. Unter der Fragestellung „Wie können wir uns öffnen für neue Zielgruppen“ ist es möglich, im Vorwege der Planung neuer Ausstellungen Besucher_innen einzubeziehen. Eine andere Möglichkeit ist, ein Thema aus einer Ausstellung aufzugreifen und mit der Methode einen persönlichen Bezug der Besucher_innen zum Thema herzustellen.

Über den Referenten:
Ulrich Bähr ist Medienwissenschaftler, Learning-Experience-Coach und Moderator. Er ist Geschäftsführer der Finally! Learning GbR für Beratung für neues Lernen in Kiel.
www.finally-learning.com


Rahmenprogramm:
Veranstaltungsreihe "Word Café"

Im Vorwege der Fachtagung laden die Veranstalter ein Mal im Monat zum „World Café“ ein. Rund um die Fragestellung nach der Bedeutung des kolonialen Erbes Flensburgs kommen wir miteinander ins Gespräch: Kurze Inputs von Expert_innen bieten jeweils einen neuen Anstoß für die Auseinandersetzung mit dem Zucker- und Rumhandel Flensburgs mit den Dänisch-Westindischen Inseln im 18./19. Jahrhundert.

Termine: 30.6.2016, 28.7.2016, 25.8.2016, 29.9.2016, 27.10.2016, 24.11.2016 jewiels 19:00 bis ca. 21:00 Uhr

Veranstaltungsort: Flensburger Schiffahrtsmuseum, Schiffbrücke 39, 24939 Flensburg

Den Flyer als PDF herunterladen.

Die Veranstaltungen bei Facebook:
30.6.2016:
https://www.facebook.com/events/1074238142663889/

28.7.2016:
https://www.facebook.com/events/1211329938877702/
25.8.2016:
https://www.facebook.com/events/1022802387772886/
29.9.2016
https://www.facebook.com/events/174266146347536/
27.10.2016
https://www.facebook.com/events/1058857304162011/

24.11.2016
https://www.facebook.com/events/863209877142770/

Ansprechpartnerin:

Nicole Gifhorn
Promotorin für Globales Lernen

Bündnis Eine Welt
Schleswig-Holstein e.V.
Einsatzstelle:
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen // Schloss Gottorf
(Abtlg. Bildung und Vermittlung)
Schlossinsel 1
24837 Schleswig
Mob.: 0151-21753715
nicole.gifhornbei-sh.org