Projekte
Remember Namibia - Erinnert Namibia!
Ein Programm zum hundertjährigen Gedenken an den Aufstand der Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika
Hintergrund: Im Januar 1904 erhoben sich die Herero in Deutsch-Südwestafrika. In einem verzweifelten Aufstand wehrte sich die einheimische Bevölkerung gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch die deutsche Kolonialmacht. Am Ende des Aufstands standen Verwüstung und Völkermord. Im Oktober 1904 erteilte Generalleutnant von Trotha, Kommandeur der so genannten Schutztruppen, den Befehl alle Menschen der am Aufstand beteiligten Völker, unabhängig von Geschlecht und Alter in die Wüste zu treiben - als Bestrafung für die Rebellion.
Zum 100-jährigen Gedenken an dieses Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte plante ein breites Bündnis von Organisationen in Schleswig-Holstein ein vielfältiges Programm aus Ausstellungen, Vorträgen, Filmabenden, Stadtgängen u.v.m. Neben dem Erinnern stand dabei auch das Ziel im Vordergrund, sich mit den Auswirkungen des Kolonialismus in unserer heutigen Gesellschaft auseinander zu setzen.
In der Ansgar Kirche in Kiel wurden etwa die Geschichte der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwest sowie Bezüge zu Schleswig-Holstein und Kiel gezeigt.
>In Lübeck verfolgte eine Ausstellung die historische Debatte zum Völkermord in der Lübecker Zeitungslandschaft. Dort vorgestellt wurde ebenfalls die Geschichte der so genannten „Gabensammlungen“ für die deutschen Siedler; sowie die Ehrung der in Afrika gefallener Soldaten des Hanseatischen Infanterieregiments Lübeck.
Einzelne Programmpunkte sprachen Jugendliche und insbesondere SchülerInnen an. Der überwiegende Teil richtete sich an die breite Öffentlichkeit. Die positive Resonanz in der Bevölkerung und das Medienecho waren sehr erfreulich.
Das BEI agierte für das Gesamtprojekt als Koordinator und Antragsteller. Kooperationspartner waren unter anderen: die Schul- und Bildungsstelle "Globales Lernen" im Diakonischen Werk S-H, die Kirchengemeinde Ansgar in Kiel, das Info-Zentrum "Eine Welt" in Lübeck, die Landeszentrale für Politische Bildung, das Norddeutsche Sozialforum, das Pädagogisch-Theologische Institut Nordelbien (PTI, Arbeitsstelle Kiel und Hamburg), die Friedenspolitischen Initiativen Lübeck e.V. und das Nordelbische Missionszentrum / Christian-Jensen-Kolleg Breklum.
Darüber hinaus bestand eine Kooperation mit dem Hamburger Bündnis, das ein breites Programm mit dem Titel "Erinnern – Sichtbarmachen – Intervenieren: Veranstaltungen zur Geschichte und Gegenwart der (post) kolonialen Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia" gestaltete.
Weitere Informationen zu dem Projekt, das im Wesentlichen vom Oktober 2004 bis einschließlich April 2005 lief, können Sie direkt beim BEI erhalten.
Projektzeitraum: 2004 bis 2005
Projektleitung: Deike Pahl

