Praxistag Globales Lernen 2013

Am 25.09.13 präsentierten Schulen, Eine-Welt- und Umweltbildungsorganisationen und außerschulische Lernpartner an Infoständen ihre Projekte und Lern- Angebote zu Themen globaler und nachhaltiger Entwicklung. Bei zahlreichen Aktionen konnten die knapp 300 jungen und älteren Gäste handwerklich, spielerisch, praktisch tätig werden.

Besonders spannend: Der Praxistag Globales Lernen / BNE setzte sich erstmals nicht nur inhaltliche, sondern auch Klimaziele. Durch eine klimabewusste Organisation versuchte das BEI schon im Vorfeld, möglichst wenig Energie zu Verbrauchen und CO2 zu erzeugen. Die Werte über die dennoch verbrauchte Energie wurden in Zusammenarbeit mit der Infostelle Klimagerechtigkeit der Nordkirche in einer Klimabilanz zusammengetragen. Für die durch den Praxistag erzeugte CO2-Menge geht nun eine Kompensationszahlung an den Klimafonds der Nordkirche. Damit unterstützt der Fonds Klimaschutzprojekte im globalen Süden.

Sehen Sie sich hier die Klimabilanz des Praxistages 2013 an!

Den im "Gegenwind" erschienenen Artikel zur Veranstaltung finden Sie unter den Bildern.

Nachhaltige Entwicklung als Lern- und Handlungsfeld

Praxistag Globales Lernen / BNE ging mit gutem Beispiel voran

Der jährliche Praxistag Globales Lernen / Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) machte in diesem Jahr das Biologiezentrum der Kieler Uni zum Messestandort. Veranstalter war wieder das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem AK Globales Lernen.

An 28 Info- und Aktionsständen konnten sich die BesucherInnen darüber informieren, wie sich Themen einer globalen, nachhaltigen Entwicklung in Lernangeboten und im Schulunterricht umsetzen lassen. Dabei ging es um Klimaschutz und Energienutzung, nachhaltigen Konsum und Fairen Handel, Ernährung und Gesundheit oder Mitbestimmung und Teilhabe. Die über 280 Veranstaltungsgäste, darunter viele SchülerInnen aus dem ganzen Land, informierten sich und probierten Dinge aus.

Neben den Messeständen boten zahlreiche Workshops und Themenforen die Möglichkeit, intensiver miteinander ins Gespräch zu kommen und einen Eindruck zu gewinnen, wie einzelne Lernangebote ablaufen. Vor allem bei den Nachmittagsforen für Lehrkräfte und außerschulische LernpartnerInnen ging es um Vernetzung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit und der Strukturen in den Themenbereichen „Globale Entwicklung“, „Wasser“, „Klima / Energienutzung“ sowie „Mitbestimmen / Mitgestalten“.

Eine lernende Veranstaltung

Der Praxistag entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Darauf legen die Veranstalter Wert. „Wir lernen jedes Mal dazu und bemühen uns, die Interessen und Bedürfnisse der BesucherInnen aufzunehmen und umzusetzen. Außerdem kommen jedes Jahr neue Ideen dazu, die wir versuchen, ins Konzept zu integrieren“, beschreibt BEI-Mitarbeiterin Nicole Gifhorn die gemeinsame Arbeit im AK Globales Lernen.

In zwei Bereichen konnte der Praxistag in diesem Jahr vor allem mit Entwicklung und Neuerungen aufwarten. Die Zahl der beteiligten Schülerinnen und Schüler stiegt im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Das lag zum einen an dem größeren Umfang und der Vielfalt der Workshop-Angebote und Aktionen für SchülerInnen. Aber auch die Beteiligung von Schülergruppen auf Seiten der Aussteller hatte sich merklich erhöht. Dieser Trend soll auch in Zukunft weitergeführt und gestärkt werden. Schließlich sind Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung Konzepte, die auf Partizipation der Lernenden abzielen.

Nicht nur drüber reden, selber machen

Eine echte Neuerung war das Vorhaben, den Praxistag klimaneutral durchzuführen. Die Veranstalter wollten damit mit gutem Beispiel vorangehen und das Thema Klimaschutz nicht nur als Thema besprechen, sondern ganz praktisch demonstrieren. Dazu hatten sie sich einen kompetenten Partner gesucht, der mit dem Thema bereits Erfahrung hat: die Infostelle Klimagerechtigkeit der Nordkirche. Gemeinsam und mit Unterstützung aller Dienstleister, Gäste, Aussteller und beteiligten Uni-Arbeitsstellen erstellten die Veranstalter eine Klimabilanz des Praxistags. Vor allem vier Bereiche flossen mit Energieverbrauchsdaten in die Bilanz ein: Papierverbrauch, Gebäude mit Heizung und Strom, Verpflegung und Mobilität. Schon bei der Vorbereitung des Praxistages bemühten sich die Organisatoren, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Zum Beispiel entschieden sie sich für eine geringere Auflage und eine dünnere Papierstärke beim Einladungsflyer, setzen bei der Verpflegung der AusstellerInnen auf vegetarische und regional produzierte Kost und bestärkten die BesucherInnen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Pkw anzureisen. Die Menge an Kohlendioxid (als Messgröße für den Energieverbrauch), die laut Klimabilanz nicht vermieden werden konnte, wird nun finanziell über die Klima-Kollekte der Nordkirche kompensiert. Dieser Fonds unterstützt und realisiert Klimaschutzprojekte im globalen Süden. Die Projekte bringen gleichzeitig direkten Nutzen für Menschen vor Ort und entlasten das Klima von CO2-Emissionen. Beispiele hierfür sind holzsparende Öfen, Solarleuchten oder Biogasanlagen im ländlichen Raum. Die praktische Umsetzung der klimaneutralen Veranstaltung wurde begleitet von einem Workshop, in dem eine Mitarbeiterin der Infostelle die Vorgehensweise bei der Erstellung einer Klimabilanz vorstellte und mit SchülerInnen und Lehrkräften diskutierte, wie die Umsetzung am besten gelingen kann.

Die Idee kam gut an bei den BesucherInnen und Mitwirkenden des Praxistages. Nach der Veranstaltung gaben Lehrkräfte bekannt, dass sie in ihrer Schule weiter an dem Thema arbeiten wollten. Und genau das ist das Ziel des Praxistages.

Ansprechpartnerin ist Heike Hackmann.
Der Praxistag Globales Lernen / BNE wurde finanziell gefordert von ENGAGEMENT GLOBAL aus Mitteln des BMZ, von BINGO! - Die Umweltlotterie und vom Bildungsministerium des Landes S-H