Projekt "Starthilfe"

Fachkonferenz „Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft“

Foto: Udo Philipp (Staatssekretär Finanzministerium). © 2019 BEI-SH.ORG // Sven Wied

Rund 60 Vertreter aus der Banken und Sparkassenwelt Schleswig-Holstein trafen sich auf Einladung des Bündnis Eine Welt in Kooperation mit der Investitionsbank IB.SH am 26. November 2019 zur Fachkonferenz um über Fragen zur Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft zu diskutieren.

Nachhaltigkeit ist auch in der Finanzwirtschaft kein Nischenthema mehr, dass zeigte sich eindrucksvoll durch die große Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Fachkonferenz im KITZ. So waren nicht nur die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken der Einladung gefolgt sondern auch Vertreterinnen und Vertreter der Commerzbank und der Bundesbank.

Im Vortrag vom Staatssekretär aus dem Finanzministerium Udo Philipp wurde deutlich, dass das Land intensiv seinen Haushalt mit den Zielen der Vereinten Nationen und dem Pariser Klimaabkommen in Einklang bringen wird. Der Gesetzentwurf zur Finanzstrategie Nachhaltigkeit in Schleswig-Holstein (kurz FINISH) zeigt, dass Schleswig-Holstein Vorreiter bei nachhaltiger Finanzpolitik ist. So werden die 700 Millionen Euro Pensionsrückstellungen bereits seit Jahren nachhaltig angelegt.

Foto: Volker Leptien (BEI) im Gespräch mit Dr. Arno Bäcker
(Präsident der Hauptverwaltung der Bundesbank).
© 2019 BEI-SH.ORG // Sven Wied

Der Nachhaltigkeitsmanager der Förde Sparkasse Kevin Dominique Bröde veranschaulichte den seit drei Jahren laufenden Prozess der Förde Sparkasse in die Top 3 der Sparkassen in Deutschland. Er betont vor allem die Chancen die sich zum einen aus dem Investitionsbedarf zur Erreichung der Klimaziele ergeben. Da auch seitens der Kunden die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten weiter steigen wird, wird ein zögerliches agieren zu Verlusten an Reputation und Kunden führen.

Der Frage ob der Aufbau eines „ESG-DAX“ (Environment Social Governance) als Lenkungsinstrument für eine nachhaltige Realwirtschaft geeignet ist, ging Andreas Enke der GENEON Vermögensmanagement AG nach. Bereits eine Neugewichtung der Werte im DAX, nämlich nicht nach ihrem Börsenwert, sondern nach ESG-Kriterien würde die Finanzwelt auf den Kopf stellen. Die Abwertung von nicht nachhaltigen Unternehmen und die Aufwertung der SDG-konformen Unternehmen hätte dramatische Auswirkungen auf die Börsenkurse und würde mit Sicherheit die Unternehmen zum agieren motivieren. Überraschend war, hätte man dieses vor 10 Jahren bereits gemacht, stände der DAX deutlich besser (74% statt 45%) als es aktuell der Fall ist.

Foto: Gunnar Glaubitt (IB.SH), Andreas Enke (Geneon),
Kevin Bröde (Förde Sparkasse) im Gespräch mit
Dr. Anke Butscher.
© 2019 BEI-SH.ORG // Sven Wied

Die anschließende Podiumsdiskussion wurde durch Herrn Gunnar Glaubitt ergänzt, er leitet den Bereich Treasury der IB.SH . Die Moderatorin Dr. Anke Butscher konfrontierte alle Beteiligten mit Fragen zu ihren konkreten Kriterien für Investitionen, Kreditvergabe und Anlagestrategien. Hier blieben bedauerlicher Weise alle recht verhalten bei ihren Ausführungen.

Zusammenfassend können wir sagen, dass die erste Fachkonferenz zum Thema Finanzwirtschaft mit Akteuren aus der Banken- und Sparkassenwelt mit der Zivilgesellschaft ein gelungener Auftakt für das Bündnis Eine Welt war. Das Bündnis Eine Welt wird auf diesem Feld auch in Zukunft kritisch aber konstruktiv mit den Akteuren aus der Finanzwirtschaft zusammenarbeiten.

Diese Veranstaltung wurde gefördert durch die Europäischen Union und bingo! die Umweltlotterie.

Dieses Event ist Teil des Projekts "Starthilfe - Chancen statt Schulden für den globalen Süden" des Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI).

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Weitere Informationen und Kontakt:

Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI),
Volker Leptien (Projektleitung "Starthilfe - Chancen statt Schulden für den globalen Süden"), , Tel.: 04152-917037, www.bei-sh.org/starthilfe

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