Begleitprogramm zur Wanderausstellung "Nutz Pflanzen richtig"

Knappe Ressource Ackerland – Perspektive Landwirtschaft 2030

Ein Bericht von Lea Kleymann (BEI)

Diskussion mit Konsens! Aber bei einer Umstrukturierung der Landwirtschaft anfangen?

Die Landwirtschaft steht vor einem Scheideweg. Planetare Grenzen, Arten- und Biodiversitätsverlust und der Rückgang von Bodenfruchtbarkeit zeigt, dass die heute betriebene Form der Landwirtschaft – ob regional oder global – hinterfragt werden muss. Eine Transformation, die zugunsten von Natur, Tier und Mensch stattfindet, ist erstrebenswert, auch um die Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Ganzheitliche Zusammenhänge müssen als diese wahrgenommen und gedacht werden. Hierfür beispielhaft ist der Boden, der eine belebte und endliche Ressource ist mit der landwirtschaftliche Akteur*innen zusammen arbeiten sollten. Monokulturen oder Intensivkulturen entziehen dem Boden Nährstoffe, sodass regenerative Prozesse nur äußerst langsam stattfinden können. Mineraldünger schaffen indes kurzfristig Abhilfe, nützen aber zunächst der Pflanze und ihrem Wachstum und nicht der Regeneration nachhaltiger Bodenorganismen. Alternativen zu der konventionellen Wirtschaftsweise ist z.B. die Agrarökologie. Hier werden Zusammenhänge der gesamten Anbau- und Lieferkette in die landwirtschaftliche Produktion eingeschlossen und danach handelt.

Ansätze wie diese sind nicht neu, sondern wurden bereits im Weltagrarbericht behandelt und das vor zehn Jahren. Trotzdem könnten die Themen aktueller nicht sein!

Heute ist die Lage umso prekärer, denn wir – als globale Gemeinschaft - stehen nicht nur einer Ernährungskrise, sondern auch einer Klimakrise und den Auswirkungen einer Pandemie gegenüber. Vertreter*innen konservativer sowie progressiver Ansätze plädieren für eine Transformation der Landwirtschaft. Es scheint demnach an politischen Maßnahmen und Umsetzungswillen zu scheitern. Momentan, da die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) reformiert wird, gäbe es enormes Potential einer Integration erweiterter Natur- und Umweltschutzmaßnahmen. Eine Änderung in diese Richtung zeichnet sich aber bislang nicht ab.

Eine zukünftige Landwirtschaft kann nur dann eine nachhaltige sein, wenn über Ländergrenzen gedacht und gehandelt wird. Hierfür bieten die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Developement Goals, kurz SDGs) auch im Bereich Landwirtschaft eine Grundlage, auf die sich 193 Länder bereits 2015 geeinigt haben, jedoch immer noch zu wenig konsequent danach handeln. Eine globale Ernährungswende mit einer gerechten Verteilung aller Ressourcen und einer Stärkung marginalisierter Gruppen könnte bis 2030 erreicht werden, wenn jetzt gehandelt würde.

An der Onlineveranstaltung „Knappe Ressource Ackerland – Perspektive Landwirtschaft 2030“ haben folgende Diskutierende teilgenommen: Benedikt Haerlin (Zukunftsstiftung Landwirtschaft), Ludwig Hirschberg (Bauernverband SH), Dr. Hassan Humeida (Geomare Kiel) und Berit Thomsen (Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft). Moderiert von Josephine Koch (Forum Umwelt und Entwicklung). Teilgenommen haben insgesamt 35 Personen.

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Veranstalter:
Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI), Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen

Die Veranstaltung war Teil des  SDG-Jahresthemenprogrammes „Die Sustainable Development Goals (SDG) in Schleswig-Holstein – Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand“ des BEI, in Kooperation mit der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, gefördert durch Engagement Global mit fi nanzieller Unterstützung des BMZ, BINGO! Die Umweltlotterie, den Katholischen Fond
sowie den kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche (KED).

 

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Weitere Infos und Kontakt

Frauke Pleines
stellv. Projektleitung "Die Sustainable Development Goals (SDGs) in Schleswig-Holstein"

- aktuell in Elternzeit -

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