Bericht

Nicaragua: Bis dass wir frei sind

Fotos: Vortrag und Lyrik von Giaconda Belli, musikalisch begleitet durch Grupo Sal. © 2019 BEI-SH // Lea Marie Seiter

Das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein hat am 22.3.2019 gemeinsam mit einer Vielzahl von Unterstüzer*innen und Kooperationspartner*innen und großer Freude die nicaraguanische Schriftstellerin und Lyrikerin Gioconda Belli zu Gast in der Kieler Pumpe gehabt. An dem Veranstaltungsabend mit dem Titel Nicaragua: Hasta que seamos libres - bis dass wir frei sind in der Pumpe-Kiel, thematisierte Frau Belli auf literarische Weise die angespannte politische Situation in Nicaragua. Im Wechselspiel zum gesprochenen Wort unterhielten das Grupo Sal-Duo das Publikum mit lateinamerikanischer Musik.   

Frau Belli ist eine der international bekanntesten und in Deutschland meist gelesenen lateinamerikanischen Autorinnen. Ihr Roman „Die bewohnte Frau“ wird weit über die Grenzen Nicaraguas hinaus, rezipiert. Auch mit ihren weiteren Romanen „Tochter des Vulkans“, „Republik der Frauen“ und ihrer Autobiografie „Die Verteidigung des Glücks“ erlangte sie große Popularität und Welterfolge.

Auf der Veranstaltung lauschte das Publikum Frau Bellis teils noch unveröffentlichten Prosa- und Lyriktexte, die im Kontext der schwierigen Menschenrechtslage in Nicaragua standen. Es wurden in ihren Werken unter anderem Unterdrückung, erkämpfte Freiheiten sowie die patriarchalen Verhältnisse, in denen Frauen sich in Nicaragua aber auch weltweit behaupten müssen, thematisiert. Außerdem berichtetet sie uns in Form von Vortragseinheiten über die politische Situation und die damit einhergehenden, gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Nicaragua. Die Pressefreiheit ist massiv eingeschränkt, viele Menschen immigrieren in Nachbarländer und hunderte Menschen mussten im Kontext der Proteste gegen den nicaraguanischen Präsidenten Ortega ihr Leben lassen.

Lutz Kliche, Übersetzer, freier Lektor und Literaturvermittler, moderierte den Abend sowie die interaktive Diskussion mit dem Publikum und übersetzte Giocondas Texte ins Deutsche.
Damit wurde allen nicht Spanisch sprechenden Gästen, parallel zur Originalversionen, ein Zugang zu den Texten Bellis` ermöglicht.
Im Wechselspiel mit Bellis´ Lyrik und Vortrag, war das Grupo Sal- Musikduo musikalisch eingeflochten. Die lateinamerikanische Musik des Duos, Aníbal Civilotti und Fernando Costa, gaben dem Abend, trotz des ernsten Hintergrundes, ein wenig Leichtigkeit zurück. Mit ihrer Musik, aus Gitarren, Trommel und Gesang, ihren poetischen Liedern mit sozialkritischen Texten unterhielten sie das Publikum und brachten ein Stück Lateinamerika nach Kiel.

An den Infoständen von Grupo Sal, Amnesty International und dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V., wurde sich in der Pause über verschiedenste Themen informiert, sich ausgetauscht und Literatur erworben.

Mit einer Verbindung aus Literatur, Musik und Politik, genossen die Gäste in angenehmer Atmosphäre, einen Abend mit vielen Facetten.

Weitere Informationen und Kontakt:
Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI), Susanne Reh (Projektmitarbeiterin), susanne.reh@bei-sh.org, www.bei-sh.org

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