Darum geht's
Über 350 Mrd. € geben Bund, Länder und Kommunen jedes Jahr für Produkte und Dienstleistungen aus. Mit der konsequenten Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien, hätte die öffentliche Beschaffung deutliche Signalwirkung auf dem Markt: für Menschenrechte in globalen Lieferketten und Klima- und Ressourcenschutz weltweit! Denn egal ob z. B. Dienstbekleidung, technische Ausstattung, Natursteine, Büromöbel oder -material, oftmals bezahlen die Menschen im Globalen Süden für das niedrigste Gebot.
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Mit der Vergaberechtsreform 2016/2017 wurde Nachhaltigkeit als Vergabegrundsatz in Deutschland verankert. Seit 2019 gilt in Schleswig-Holstein ein neues Vergabegesetz, das das Tariftreue- und Vergabegesetz aus 2013 ersetzt und regelt, dass soziale und ökologische Kriterien bei Beschaffungen berücksichtigt werden können. Dies ist in jeder Phase des Vergabeverfahrens möglich, von der Leistungsbeschreibung über die Eignungs- und Zuschlagskriterien bis zu den Ausführungsbedingungen. Entsprechende Gütesiegel können verlangt werden. Ein 2020 eingerichtetes Kompetenzzentrum für nachhaltige Beschaffung und Vergabe soll Beschaffer*innen in Schleswig-Holstein dabei beraten.
Unser Engagement
Wir setzen uns für eine flächendeckende sozial-ökologische Beschaffung in Schleswig-Holstein ein. Von der Politik fordern wir eine verbindliche Verpflichtung zu nachhaltiger Beschaffung.
Die Fachpromotor*innen für zukunftsfähiges Wirtschaften unterstützen gerne engagierte Beschaffer*innen. Dabei arbeiten sie eng mit dem Kompetenzzentrum für nachhaltige Beschaffung und Vergabe (KNBV) zusammen. Gemeinsam mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND), der KNBV, RENN.nord sowie dem Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) organisieren sie jährliche Vernetzungstreffen zu nachhaltiger Beschaffung, wo sie Best Practice Beispiele vorstellen und Raum für Austausch bieten.
Mit Veranstaltungen wie der Fachkonferenz für sozial verantwortliche IT-Beschaffung 2020 und unseren Projekten - aktuell: „SH spielt fair“ und FaireKITA - setzen wir gezielt Impulse für eine nachhaltige und den Menschenrechten verpflichteten öffentlichen Einkauf.
Unser Netzwerk
Interessierte BEI-Mitglieder tauschen sich im Fachforum Zukunftsfähiges Wirtschaften aus. Vor Ort engagieren sich oftmals Weltläden oder Aktive der Fairtrade-Town-Bewegung oder Regionalgruppen der Kampagne für Saubere Kleidung für eine sozial-ökologische Beschaffung.
Auf Landesebene arbeiten wir unter anderem im Beirat der KNBV mit anderen wichtigen Akteuren wie z.B. dem MELUND zusammen. Außerdem kennen wir fortschrittliche Beschaffungsstellen im Land, die über Erfahrungen in der Beschaffung bestimmter Produkte haben (z. B. ITSH-edu, Arbeitsgemeinschaft der IT-Verantwortlichen der schleswig-holsteinischen Universitäten), oder Kommunen, die die nachhaltige Beschaffung besonders gut strukturell verankert haben (z. B. Norderstedt, Neumünster, Nordfriesland).
Auf Bundesebene stehen wir im Austausch mit unserer Dachorganisation, der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke (agl) dem CorA-Netzwerk und dem Forum Fairer Handel.
Kommen Sie an Bord!
Sie wollen sich für nachhaltige Beschaffung einsetzen und suchen Austausch mit Gleichgesinnten, Anregungen und Hintergrundinformationen? Dann wenden Sie sich gerne an Antje Edler, Fachpromotorin für zukunftsfähiges Wirtschaften.
Sie sind interessiert an fairen Sportbällen für Schleswig-Holstein, dann ist Jochen Bauer von der Kampagne SH spielt fair Ihr Ansprechpartner. Oder Sie schauen, welche unserer Mitglieder sich mit dem Thema bereits beschäftigen.
Weitere Infos zum Thema
Folgende bundesweit aktiven Organisationen arbeiten seit Jahren zu öko-sozialer Beschaffung und bieten Beratung und Materialien zum Themenfeld: WEED arbeitet im Bereich Faire IT, Natursteine und Spielwaren. Zu Textilien und Berufsbekleidung sind FEMNET, die Christliche Initiative Romero (CIR) und die Kampagne für Saubere Kleidung aktiv. Zu Nahrungsmittel bieten die CIR und INKOTA Informationen. Das Südwind-Institut veröffentlicht Studien zu globalen Lieferketten und bietet Kommunen Beratung zu Arbeits- und Sicherheitsschuhen sowie Flachwäsche.
Beschaffer*innen können sich zudem an das Kompetenzzentrum für nachhaltige Beschaffung in Schleswig-Holstein oder im Bund wenden. Der Kompass Nachhaltigkeit bietet zudem ein breites Informationsangebot über rechtliche Grundlagen sowie Gütezeichen. Schulungen, Vernetzung und Rechtsberatung bieten auch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und die Kompetenzstelle für Nachhaltige Beschaffung des Bundes (KNB).
Von den Eine Welt Landesnetzwerken werden bundesweit regelmäßig Fachkonferenzen zu sozial verantwortlicher IT-Beschaffung organisiert.