Migration und Entwicklungszusammenarbeit

In der Entwicklungszusammenarbeit und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit sind viele Potentiale und Kompetenzen von MigrantInnen und Diasporamitgliedern noch nicht bzw. wenig erschlossen. Der Prozess der interkulturellen Öffnung, besonders auf Ebene der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger, befindet sich noch in seiner Anfangsphase: Auch innerhalb der Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit sind auffällig wenige MigrantInnen und Diasporamitglieder in verantwortungsvollen Positionen tätig oder an der Entwicklung konzeptioneller Prozesse beteiligt. Bei der Partizipation fällt Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder den Niederlanden weit zurück. Es sind jedoch in letzter Zeit in einigen Bereichen positive Impulse erkennbar, die auf einen Wandel hindeuten: So steigt die gegenseitige Wahrnehmung zwischen MigrantInnen- und Diasporaorganisation (MDO) und Eine Welt-Landesnetzwerken als entwicklungspolitischen Akteuren der Mehrheitsgesellschaft merklich. Der Öffnungsprozess der Landesnetzwerke geht auf eine langjährige kritische Selbstreflexion eigener unbewusster Diskriminierungsmuster im Bereich der Entwicklungspolitik zurück und beginnt nun, Früchte zu tragen. Es ist nötig, Aufklärung in Bezug auf die Situation von MDO zu leisten und einen Perspektivwechsel aller relevanten Akteure sowie eine Diskussion über zukünftige Strategien der interkulturellen Öffnung anzuregen (Quelle: agl Auswertung der ersten bundesweiten Umfrage zum entwicklungspolitischen Engagement von MDO, 2011).


Migration und Entwicklungszusammenarbeit in Schleswig-Holstein

Das BEI arbeitet im Fachforum Migration, Diaspora und Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke mit. Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Schleswig-Holstein keine eigenständige landesweite migrantische Struktur, die man auf Landesebene ansprechen kann. Die regionale Zusammenarbeit zu diesem Thema erfolgt daher mit dem Kieler Forum für Migranten und den MDO aus unseren Mitgliedsgruppen. Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern hatten maßgeblich Einfluss darauf eine eigene BEI-Position zu erarbeiten. In unserem Landesnetzwerk wird Migration und Entwicklung als Teil der Partnerschaftsarbeit gesehen. Mit unseren Angeboten versuchen wir verstärkt MDO anzusprechen und einzubeziehen. Besonders in der Gruppenberatung wird das Angebot Einzelberatungsgespräch gern von MDO genutzt. In den Reihen der Mitgliedsgruppen gibt es verschiedene Akteure mit familiären Bindungen in Entwicklungsländer. Unser Anliegen ist es, dass besonders hier lebende MigrantInnen als Akteure der Entwicklungszusammenarbeit ihre Sichtweise einbringen. Dazu müssen wir als Organisation lernen uns zu öffnen und Partizipation zu ermöglichen.

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Bündnis Eine Welt
Schleswig-Holstein e.V.

Dachverband entwicklungspolitischer
Organisationen

Walkerdamm 1
24103 Kiel
Tel.: 0431-679399-00
Fax: 0431-679399-06

infobei-sh.org


Projekt zum Thema:

"Sisters - Frauen für Afrika"
Speziell für Frauen mit afrikanischen Wurzeln und für Schleswig-Holsteinerinnen mit Interesse an Engagement für diesen Kontinent.
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