Fairer Handel >> Nachhaltige Beschaffung


Fair Trade in der öffentlichen, nachhaltigen Beschaffung

KonsumentInnen können mir ihrem Einkaufsverhalten praktische Entwicklungspolitik betreiben. Der Kauf von sozial-nachhaltig und ökologisch produzierten Waren verbessert direkt die Lebensbedingungen von ProduzentInnen weltweit.
Auch öffentliche Einrichtungen können mit der „Beschaffung“ von Waren ein deutliches Zeichen zur Einhaltung sozialer Standards setzen. In Deutschland wird etwa jeder sechste Euro von der öffentlichen Hand ausgegeben. Das sind bei Bund, Ländern und Kommunen jährlich rund 360 Mrd. Euro - ungefähr die Hälfte davon entfällt auf die Kommunen. Das Einkaufsvolumen der christlichen Kirchen beträgt etwa 60 Mrd. Euro.
Die Produktpalette öffentlicher Beschaffung reicht von Materialien für Bau und die Erhaltung öffentlicher Gebäude und Infrastruktur über Dienstkleidung und Büromaterialien bis hin zu Produkten des täglichen Bedarfs, wie Kaffee oder Tee. Öffentliche Einrichtungen haben damit eine starke Marktmacht, die sie mit jedem Einkauf aktiv nutzen können.

Würden Aufträge nur noch nach sozialen und ökologischen Kriterien vergeben, könnten sie einen gewaltigen Schub für Nachhaltigkeit und Menschenrechte weltweit auslösen. Zwar ist Wirtschaftlichkeit oberstes Gebot bei der öffentlichen Beschaffung, doch den Preis für billigen Einkauf zahlen in der Regel andere. Internationale Studien belegen, dass beispielsweise bei der Herstellung von Dienstkleidung, dem Abbau von Natursteinen und bei der Kaffeeproduktion häufig gegen Arbeits- und Menschenrechte verstoßen wird. Aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach Papier werden weltweit Wälder abgeholzt, mit katastrophalen Folgen für lokale Bevölkerung und Klima. Und zudem sind die gesetzlichen Möglichkeiten für die Berücksichtigung sozialer und Umweltkriterien seit Jahren im Wandel: Seit 2009 gibt es bundesweit die gesetzliche Regelung solche Kriterien an eine Ausschreibung zu knüpfen, in mehreren Bundesländern wurden und werden solche Standards in Vergabegesetze aufgenommen und die EU fördert Angebote an Städte und Länder, die Umstellung auf nachhaltige Beschaffung in Angriff zu nehmen.


Workshops zu nachhaltiger Beschaffung

Seit 2013 widmet sich das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein dem Schwerpunkt nachhaltige Beschaffung. Dazu haben eine ganze Reihe an Veranstaltungen und Workshops stattgefunden.

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Nachhaltige Beschaffung in Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein können Städte und Kommunen auf Grundlage der EU- und Bundesweiten Gesetzeslage soziale und ökologische Kriterien bei Beschaffungen berücksichtigen. Oft fehlt jedoch das Wissen, wie genau ein Ausschreibungsverfahren rechtssicher gestaltet werden muss, und die Zeit gewisse Standards und Forderungen mit Bietern zu diskutieren. Dabei gehen einige Städte und Einrichtungen im Land trotzdem mit gutem Beispiel voran: In Norderstedt wird seit 2009 eine fortschrittliche Beschaffungsordnung umgesetzt, die gerade in Bezug auf ökologische Standards über die Forderungen der bisherigen Landesbeschaffungsordnung hinaus geht. Auch in Kiel gibt es Beschlüsse der Stadt, keine Waren zu beschaffen, die mit Kinderarbeit hergestellt wurden und entsprechende Nachweise werden verlangt. Es mangelt aber oft an der Kontrolle über die Einhaltung dieser Standards und Hilfe, wie dies am besten geregelt werden kann. Mit einem neuem landesweit gültigen Vergabegesetz, welches derzeit im Landtag diskutiert wird, sollen neue Regelungen und gesetzliche Klarheiten geschaffen werden und nicht nur in Bezug zu ökologischen, auch bei Sozialen Standards stärkere Forderungen gegenüber Firmen erhoben werden.

Das BEI ist Ansprechpartner für Kommunen zu Fragen der nachhaltigen Beschaffung, begleitet entsprechende Prozesse kritisch und unterstützt Gruppen, sich stärker diesem Thema zu widmen und Expertise aufbauen. Wir setzen uns auf Landesebene für eine Gesetzgebung ein, die die Berücksichtigung von Sozial- und Umweltstandards in der öffentlichen Beschaffung erleichtert. Durch die Organisation von Seminaren und Veranstaltungen vernetzen wir Zivilgesellschaft, Verbände und Kommunen und tragen somit auf Landesebene zu einer Umsetzung der nachhaltigen Beschaffung bei.


Ansprechpartner:

Markus Schwarz
Bundeskoordinator und Promotor für
nachhaltige Beschaffung,
Fairen Handel und
Unternehmensverantwortung

Bündnis Eine Welt
Schleswig-Holstein e.V.
Einsatzstelle:
Weltladen Heide e.V. 

Markt 28
25746 Heide
Tel.: 0481-64059885
Mobil: 0172-5737044
markus.schwarzbei-sh.org


Lisa Jakob
Promotorin für
nachhaltige Beschaffung,
Fairen Handel und
Unternehmensverantwortung

Bündnis Eine Welt
Schleswig-Holstein e.V.

Einsatzstelle:
Weltladen Heide e.V. 
Markt 28
25746 Heide
Tel. (Kiel): 0431-679399-00
Tel. (Heide): 0481-64059885
lisa.jakobbei-sh.org


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