News Reader (Globales Lernen)

Rückblick auf den erfolgreichen WeltWeitWissen-Kongress 2026

Kaja Grope für BEI SH e.V.

Vom 14. Bis 16. September wurde es in den media docks in Lübeck international maritim und perspekltivenreich: rund 300 Personen aus ganz Deutschland kamen auf dem WeltWeitWissen-Kongress 2026 zusammen.  Als bundesweit größte Fachkonferenz zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung findet der Kongress seit 2005 alle zwei Jahre in einem anderen Bundesland statt. Dieses Jahr kam er unter dem Motto “Leben am Meer: Global und Lokal” zum ersten Mal nach Schleswig-Holstein. Das diesjährige Thema war nicht nur Motto, sondern auch Programm: vielseitige Workshops und wissenschaftliche Impulse, spannende Exkursionen und Paneldiskussionen, ein Bildungsmarkt mit engagierten Best-Practice Beispielen aus der Praxis sowie tolle Netzwerkmöglichkeiten standen auf der Tagesordnung. .

Eröffnet wurde der Kongress am ersten Tag mit einer offiziellen Begrüßung von Andrea Bastian, Vorstandsvorsitzende, und Martin Weber, Geschäftsführung des Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V.  Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Reem Alabli Radovan, der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Daniel Günther und die Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein, Nora Steen, haben die Begrüßung mit digitalen Grußworten abgerundet und auf die kommenden Tage eingestimmt.

Den thematischen Auftakt konnten die  drei Keynote-Speaker*innen Linda Kastrup (Sprecherin für Fridays For Future Deutschland), Prof. Dr. Arne Körtzinger (Professor für Meereschemie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel) und Tanya Diuna Zeriga (Menggeyao Morobe Consulting Services) mit spannenden Beiträgen rahmen. Tanya Zeriga ist Teil einer Delegation aus Papua-Neuguinea, die drei Wochen durch Schleswig-Holstein reist und sich für globale Partnerschaften einsetzt. Auch am Dienstag konnte sie ihre indigene Perspektive auf Meeresschutz im Rahmen eines Workshops teilen. Nach einer ersten Workshop-Runde hat Schirmherr und Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Jan Lindenau, zum Empfang im Rathaus eingeladen. Besonders heraus stach hierbei die Rathaustour, die der Bürgermeister persönlich führte und damit einen besonderen Einblick in die Kommunalpolitik, die Stadtgeschichte und seinen eigenen Bezug zu seinem Amt gab.

Nach einem erfolgreichen ersten Tag, folgte direkt ein weiterer Tag voller Highlights. Am Dienstagmorgen wurde der Bildungsmarkt von Pia Uçar-Kuyruk, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt Landesnetzwerke Deutschland e.V. (agl) eröffnet, auf dem verschiedene Angebote von Bildungsorganisationen und -institutionen ihre Best-Practice Beispiele und Materialien vorstellten. Es wurden Gespräche geführt, Informationen ausgetauscht, ausprobiert und mitgemacht, neue Verbindungen geschaffen und bestehende Vernetzungen vertieft.                
Ein weiterer begleitender Programmpunkt, war die Poster-Ausstellung des Jugendwettbewerbs NextGen Ocean City, zu dem 13 Teams aus Lübecker Schüler*innen ihre Ideen zum Vorhaben Meeresschutzstadt Lübeck gesammelt haben. Die beeindruckenden Ergebnisse wurden am Mittwoch auf der Preisverleihung mit tollen Gewinnen gekürt und werden beim weiteren Vorhaben der Hansestadt miteinfließen.

Ein weiterer, besonderer Programmpunkt, war die Mittagspause, in der eine Kaffeedelegation aus Nicaragua und Kolumbien in kleinen Runden ihren Kaffee, ihre Arbeit und globale Zusammenhänge vorstellen konnte. Eine Gelegenheit, die sich nicht oft anbietet! Außerdem konnte die SeeKuh, ein Reinigungsschiff der maritimen Müllabfuhr, direkt vor den media docks in der Trave ankern. Ein aufregendes Ereignis, denn bei dem angegliederten Workshop an Bord konnten die Besuchenden selbst einmal erleben, wie es ist mit dem dafür entwickelten Netz Plastikmüll aus dem Wasser zu fischen.
Beendet wurde der Haupttag des Kongresses mit einer akrobatischen Vorstellung der MeerManege e.V., die mit ihrer Performance zum Thema Meeresschutz das Publikum fesseln konnte. Mit Tuch, Tanz und Akrobatik wurde die Bühne, auf der sonst in Panels diskutiert wurde, für einen Abend verzaubert. Die künstlerische Darbietung brachte das Thema Meeresschutz noch einmal auf ganz andere Weise zum Ausdruck – und sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss des Tages.

Am letzten Tag des Kongresses folgte eine Keynote zum Thema Demokratie, sozialer Zusammenhalt und Nachhaltigkeit zusammendenken - Impulse für praktische Umsetzungen von Dr. Antje Brock (u.a. Koordinatorin des nationalen BNE-Monitorings). Passend zu dem Thema Sicherheit und Resilienz im maritimen Raum, eines der Kernthemen neben Klima- und Meeresschutz und Globales Lernen in Zeiten politischer Umbrüche, folgte daraufhin die letzte Paneldiskussion, sodass nach den Schlussbemerkungen im Plenum der Kongress bei einem Mittagsimbiss gemeinsam ausklingen konnte.

Drei Tage, rund 300 Teilnehmende, unzählige Gespräche, neue Kontakte und jede Menge globale Perspektiven: Der WeltWeitWissen-Kongress 2026 hat gezeigt, wie vielfältig Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung sein können. Ob in Workshops, auf dem Bildungsmarkt, bei einer Exkursion, im Panel oder beim gemeinsamen Kaffee – überall entstanden neue Begegnungen, es wurden Perspektiven geteilt und Verbindungen geknüpft. Jetzt bleibt vor allem eine Frage offen: Wohin wird der WeltWeitWissen-Kongress als nächstes seine Segel setzen?

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