News Reader (Globales Lernen)

UN-Resolution zur Weltkarte

Die Welt, wie sie ist

Bild: equal-earth.com

Am 4. September 2026 hat die UN-Generversammlung sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass künftig nur noch Weltkarten eingesetzt werden, die der tatsächlichen Fläche der Länder bzw. Kontinente entsprechen. Damit soll die verzerrte Wahrnehmung durch die seit dem 16. Jahrhundert verbreiteten geografischen Karten mit der Mercator-Projektion korrigiert werden.

Die Mercator-Projektion war ursprünglich nur für die Navigation in der Seefahrt entwickelt worden. Über Jahrhunderte wurde sie jedoch zu allgemeinen Bildungszwecken, in den Medien und offiziellen Darstellungen verbreitet und so mit ihrer euro-/nordamerikazentristischen Perspektive zu einem gewohnten kolonialen Relikt. Wer denkt, dass es sich bei der Resolution um eine Nebensächlichkeit handelt, verkennt die politisch-kulturelle Dimension. Trotz einer deutlichen Mehrheit für die Empfehlung von der Abkehr von der Mercator-Projektion offenbarten die einzige Gegenstimme durch die USA sowie einige Enthaltungen, dass die Frage nach globaler Gerechtigkeit auch eine Machtfrage bleibt.  Die auf  Initiative  afrikanischer Staaten von Togo angeführte UN-Resolution sprach sich für die Nutzung der Equall Earth Projektion aus dem Jahr 2018 aus. Auch wenn die Resolution keinen bindenden Charakter in den Mitgliedsstaaten hat, steht dieser Anerkennungsschritt für die Bereitschaft die Welt anders zu denken.

In der entwicklungspolitischen Eine-Welt-Arbeit und im Globalen Lernen bestärkt die UN-Entscheidung den Einsatz von flächentreuen Karten. Im Programm Bildung trifft Entwicklung wird beispielsweise bereits seit vielen Jahren mit der Gall-Peters-Projektion gearbeitet, um den gewohnten Blick auf die Welt aufzubrechen und Perspektivwechsel anzuregen.

Weltkarte

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