Carl Heinrich von Schimmelmann
Carl Heinrich von Schimmelmann wird als bürgerlicher Sohn einer Kaufmannsfamilie am 13. Juli 1724 in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Kaufmännisches Geschick, die Zeitumstände, Risikobereitschaft und politisch-strategisches Gespür machen ihn zu einem der einflussreichsten Geschäftsmänner seiner Zeit in Preußen und Dänemark.
Für den preußischen König Friedrich II. sichert er als Getreidelieferant die Grundversorgung an Brot für die preußischen Soldaten im Siebenjährigen Krieg. Für den psychisch labilen dänischen König Christian VII. ordnet Carl Heinrich von Schimmelmann ab 1762 als Finanzberater und später auch als Schatzmeister die Staatsfinanzen.
Soweit liest sich die Biografie wie eine Heldengeschichte. Sein Vermögen investiert Carl Heinrich von Schimmelmann in Immobilien und in Betriebe: Schloss Ahrensburg, Gut Lindenborg, ein weiteres Gut in Nordjütland, Wandsbeker Schloss, Zuckerrohrplantagen auf den dänischen Jungferninseln in der Karibik und eine Waffenfabrik auf Seeland in Dänemark.
Hier verwandelt sich die Heldengeschichte in eine grauenhafte Erzählung menschlicher Tätigkeit, denn der ungeheure Reichtum Carl Heinrich von Schimmelmann fußt auf einem monströsen Geschäftsmodell: Baumwollgewebe, Waffen und Alkohol wurden von Dänemark aus an die westafrikanische Küste verschifft. Sie dienten dort dem Kauf von gewaltsam gefangenen afrikanischen Männern, Frauen und Kindern. Die Gefangenen wurden dann in die Karibik verschleppt, wo sie als Sklaven auf den Schimmelmanschen Plantagen arbeiten mussten. Produkte von den Plantagen, in erster Linie Zuckerrohr, aber auch Baumwolle, Holz und Tabak wurden zurück nach Europa verschifft und mit hohem Erlös verkauft.
- Was meint der Begriff „Maafa“, der aus dem Swahili übersetzt „Großes Unglück“ bedeutet?
- Welche Relevanz hat die Erinnerung an Carl Heinrich von Schimmelmann heute für Nachkommen versklavter Afrikanerinnen und Afrikaner?