Faire Kommunen

Die Thematisierung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Ländern des Globalen Südens und wie diese durch den Konsum von Waren auf der Arbeit, in der Uni, in der Kommune oder in der Gastronomie beeinflusst wird, ist eine tägliche Herausforderung.

Viele Aktive und Ehrenamtliche engagieren sich seit Jahrzehnten dafür, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit dazu durchzuführen und den Fairen Handel als alternatives Modell praktisch und erlebbar zu machen. Weltläden in Schleswig-Holstein sind hier die Ansprechpartner und Vorreiter und das zum Teil schon seit mehr als 30 Jahren. [Website aller Weltläden in Schleswig-Holstein]

Faire Kommunen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hat die Kampagne zu Fairtrade Towns in den letzten Jahren eine spannende Entwicklung vollzogen. Im November 2011 erhielt die Hansestadt Lübeck als erste Stadt in Schleswig-Holstein die Urkunde und gilt bis heute als Vorreiter mit vielen Aktionen und Anlässen, welche von der aktiven Steuerungsgruppe vor Ort in Gang gesetzt und auf einer eigenen Internetseite präsentiert werden. Ende 2012 folgten Eckernförde und die Gemeinde Neudorf-Bornstein, welche verdeutlicht, dass auch kleinere Kommunen die Kriterien erfüllen und sich für den Fairen Handel vor Ort engagieren können. Schnell folgten weitere Städte – u.a. Kiel, Kellinghusen, Norderstedt, Kaltenkirchen, Meldorf, Eutin und Heide – die nicht nur erfolgreich ausgezeichnet wurden, sondern sich  zudem die Aufgabe setzten, neueren Gruppen und Engagierten von „ihrem“ Weg und ihren Erfahrungen zu berichten. Mittlerweile sind mehr als 20 Kommunen im Land als Fairtrade Town ausgezeichnet, u.a. auch die Hallig Hooge als erste Faire Hallig und auch die Insel Fehmarn. Neben der Kampagne für Städte können sich auch Schulen in Schleswig-Holstein als Fairtrade Schools und Hochschulen als Fairtrade University auszeichnen lassen, wie z.B. die Fachhochschule Westküste in Heide als erste in Schleswig-Holstein.

Das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) versucht die einzelnen Gruppen in Schleswig-Holstein zu vernetzen, die Ideen zu verteilen, Workshops zu organisieren und bei Veranstaltungen und Fragen aus den jeweiligen Städten und Gemeinden zur Verfügung zu stehen. Die mittlerweile jährlichen Netzwerktreffen, die das BEI seit 2014 organisiert, dienen hierbei als Plattform für neue Anregungen und zur Vernetzung untereinander.

Eine aktuelle Übersicht, über die ausgezeichneten Städte, sowie zu Materialien und Kriterien findet sich unter http://fairtrade-towns.de/.

Die Kampagne "Fairtrade-Towns" in Schleswig-Holstein

www.fairtrade-towns.de

Um neben diesen Engagierten auch weitere Akteure in einer Stadt oder Gemeinde zu gewinnen, sich für den Fairen Handel auszusprechen und so mehr Öffentlichkeit und Bekanntheit für gerechten Handel zu schaffen, kann die Kampagne Fairtrade Towns ein erster Schritt sein.

Seit 2009 wird diese international konzipierte Kampagne von TransFair e.V. in Deutschland durchgeführt. Städte, Gemeinden und Kommunen, ja ganze Landkreise können durch die Erfüllung mehrerer Kriterien eine Urkunde als „Faire“ Stadt erhalten und sich so ein breites Bündnis von Akteuren für den Fairen Handel bilden. Mehr als 500 Städte in Deutschland haben dies bereits getan!

Ziel ist, dass neben den Engagierten auch die Stadtverwaltung, lokale Geschäfte und Betriebe, Einrichtungen, Vereine sowie Schulen und Kirchengemeinden fair gehandelte Produkte nutzen und Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt werden.

Die Verwaltung einer ausgezeichneten Stadt muss zumindest ein Teil ihrer Einkäufe mit fair gehandelten Produkten decken (mindestens Kaffee und noch ein weiteres Produkt des Fairen Handels). Weitere Schritte, über diese Forderungen hinaus zu gehen, können und sollten folgen und z.B. auch bei Präsentkörben, Fußbällen oder Arbeitsbekleidung auf sozial-nachhaltig produzierte Waren umgestellt werden. Ein erster Schritt, sich mit Nachhaltiger Beschaffung auf kommunaler Ebene auseinanderzusetzen, kann somit gegangen werden.

Um sicherzustellen, dass die Produkte, die in Fairtrade-Towns verkauft und ausschenkt werden, wirklich „fair“ sind, müssen diese nachweislich die Kriterien des Fairen Handels einhalten. Eine Übersicht über entsprechende Siegel und Nachweis ist hier zu finden....