Auftaktveranstaltung iCATcha am 13.11.2012

Am 13. November trafen sich 55 Delegierte der zwölf teilnehmenden Teams im Museum Tuch und Technik in Neumünster, um gemeinsam den Startschuss zu dem landesweiten Schülerwettbewerb iCATcha zu geben. In verschiedenen Workshops wurden die TeilnehmerInnen auf die vor ihnen liegende Wettbewerbszeit vorbereitet, sie sind nun bestens für den T-Shirt-Motiv-Wettbewerb gerüstet und haben auch Handwerkszeug zum Drehen eines Filmes mitbekommen. Leider musste der wohl wichtigste Workshop „Recycling Mode“ ausfallen, die Tipps und Anregungen werden die Teilnehmer jedoch in anderer Form zur Verfügung gestellt bekommen.

iCATcha - Das BEI macht Mode

Ganz richtig ist die Überschrift so nicht, denn das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) macht die Mode nicht selber, sondern erhält über einen Wettbewerb nun Einzug in die Textillehre der Schulen unseres Landes. In den vergangenen Jahren hat das BEI bereits andere Schülerwettbewerbe, wie z.B. die Lebensweltmeisterschaft, die mit einem großen Fußballturnier endete, durchgeführt und so schleswig-holsteinische Schülerinnen und Schüler mit Eine-Welt-Themen in Berührung gebracht.

In unserer globalisierten Welt ist eine Jeans wenn wir sie im Geschäft kaufen bereits mehrere zigtausend Kilometer um die ganze Welt gereist. Der Großteil der Kleider, die wir tragen, wird von NäherInnen in Süd-Ost-Asien unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Oft reicht der Lohn nicht aus, um die Lebenshaltungskosten zu decken, Überstunden werden erzwungen und gewerkschaftliche Organisation unterbunden. Wer schwanger oder krank wird muss um seinen / ihren Job bangen. Und wie die Brände in zwei pakistanischen Textilfabriken Anfang September erneut zeigen, sind Notausgänge oft nicht geöffnet und die Fenster mit Gittern versperrt, so dass mehrere hundert Menschen bei den Bränden ums Leben kamen. Internationale Netzwerke wie die Clean Clothes Campaign fordern von Textilproduzenten die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen in den Zuliefererfabriken und setzen sich für die Einrichtung des Asian-Living-Wage ein.

Mittlerweile gibt es für diejenigen, die diese Zustände nicht unterstützen, sich jedoch trotzdem modisch kleiden möchten mehr und mehr Alternativen. Im Internet entstehen immer neue Shops, die junge, hippe Kleidung anbieten, bei deren Herstellung auf faire Arbeitsbedingungen und ökologische Materialien geachtet wurde. Mit Kartoffelsack-Style hat diese Öko-Mode schon lange nichts mehr zu tun!

Besonders Jugendliche identifizieren sich häufig über ihre Kleidung, sie ist Teil der Alltagskultur von Jungen und Mädchen. Gerade hier, in ihrer Lebenswelt holt iCATcha die Jugendlichen ab und gibt ihnen Gelegenheit, sich mit ihrem eigenen Mode-Konsumverhalten auseinander zu setzen, die Zusammenhänge zwischen ihrem Hoodie und der medizinischen Versorgung einer Näherin in Bangladesh zu sehen und Alternativen zu entdecken. Entdecken, dass es auch Mode gibt, bei der man noch in den Spiegel schauen kann!

Teilnehmen können alle Jugendlichen, die SchülerInnen einer 8. bis 11. Klasse an einer schleswig-holsteinischen Schule sind und sich in fünf- bis zehnköpfigen gemischten Teams zusammenfinden.
Nachdem die Teams auf einer Auftaktveranstaltung im November Grundlagen in Design, Schneiderei usw. lernen, haben sie ein halbes Jahr Zeit, selber eine spezifizierte Modekollektion zu entwerfen und sich videodokumentarisch mit dem Thema „Meine Kleidung und ich“ auseinanderzusetzen. Auf einer Modenschau präsentieren sie dann im Mai 2013 ihre eigenen Kreationen und eine Fachjury wird die Gewinnerteams küren, die sich schon auf tolle Preise freuen dürfen.

Die Anmeldefrist ist vorbei, es können sich leider keine Teams mehr anmelden!

Alle Infos dazu gibt es auf www.icatcha-sh.de oder in der BEI-Geschäftsstelle (Tel. 0431-67 93 99 00), Ansprechpartner ist Miriam Avci (kontact@icatcha-sh.de)

iCATcha gibt es auch bei facebook!

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