Projekt "Faire Sportbälle für Schleswig-Holstein"

Ob im Fußball, Handball, Volleyball, oder anderen Ballsportarten, die meisten Menschen wissen häufig nur wenig über die Sportbälle, ohne die ihre geliebte Sportart nicht auszuführen wäre.  Viele Sportbälle sind noch immer Handarbeit und werden in Fabriken gefertigt, in denen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen herrschen.  Die Herstellung findet überwiegend in sogenannten Niedriglohnländern statt und entsprechen selten den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitesorganisation (ILO).   Dies bedeutet, dass wichtige Sozialstandards für Arbeiter*innen nicht eingehalten werden. Nach Transfair Deutschland e.V. sind die größten Herausforderungen in der Ballproduktion, dass Näher*innen üblicherweise nicht nach Stunden, sondern Stückzahl bezahlt werden, sodass Überstunden anfallen und die Gehälter selten zum Leben ausreichen.

Einige Ballhersteller haben sich dieser Problematik bereits angenommen und lassen Sportbälle herstellen die z.B. mit dem Fairtrade-Siegel oder mit dem GEPA-Logo ausgezeichnet sind. Mit Hilfe des Fairen Handels sollen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der benachteiligten Arbeiter*innen verbessert werden.

Der Umsatz von fair gehandelten Sportbällen ist jedoch noch unbedeutend gering und somit profitieren derzeit nur wenige Arbeiter*innen davon, unter menschenwürdigeren Bedingungen in der Ballindustrie zu arbeiten. Neben dem fehlenden Bewusstsein für die Produktionsweisen und die Schwierigkeit der Umsetzbarkeit, da es nur wenig Ballanbieter mit fair gehandelten Bällen gibt, ist ein weiterer Grund für den geringen Umsatz, der teils schlechte Ruf über die Qualität dieser Bälle. Langezeit waren fair produzierte Bälle wegen ihrer fehlenden sportzpezifischen Qualität, weder für den Turniersport, geschweige denn für den Profisport geeignet. Dies hat sich geändert, sodass es nun z.B. fair produzierte Match- und Trainingsbälle für den Fußball und Handball gibt, die den FIFA bzw. IHF-Normen entsprechen. Durch das verbessere Produktangebot, ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen, Sportler*innen davon zu überzeugen, bei der Wahl ihrer Sportgeräte auch die globale Perspektive nicht zu vernachlässigen und durch das Spielen mit fair produzierten Bällen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Sportballindustrie zu unterstützen.

Als entwicklungspolitisches Landesnetzwerk ist es unser Ziel, die schleswig-holsteinischen Akteure aus dem Schul-, Breiten- und Profisport für die Notwendigkeit von fairen Arbeitsbedingungen in der Sportballindustrie zu sensibilisieren und sie bei der Umstellung auf fair produzierte Bälle zu unterstützen. Die selbstverständliche Fairness gegenüber den Mitspielern*innen auf dem Spielfeld sollte auch für die Produzenten*innen im globalen Süden gelten und gelebt werden.

Neben der Durchführung von Workshops für Schulklassen und Vereine zum Thema Sportbälle und Menschrechte beraten wir gerne auch bei Beschaffungsfragen zu fair produzierten Bällen.

Dieses Projekt wird unterstützt durch:

Bingo! Die Umweltlotterie.