Welche Erinnerungen ist der Mann wert? Eine deutsch-namibische Aushandlung
Sönke Nissen wurde 1870 in Schleswig-Holstein geboren und starb dort 1923 als angesehener Wohltäter. Als leitender Bauingenieur verantwortete er in Namibia den Bau einer Eisenbahnlinie, die unter ausbeuterischen und freiheitsberaubenden Arbeits- und Lebensbedingungen für die namibischen Arbeiter*innen errichtet wurde. Während der Bauarbeiten wurde ein Diamantenfeld entdeckt, von dem Nissen große Anteile erwarb. Mit dem daraus resultierenden Vermögen engagierte er sich später in Deutschland als Wohltäter.
Erst in jüngerer Zeit hat die kritische Aufarbeitung seiner kolonialen Vergangenheit das lange Zeit positive Erinnerungsbild ins Wanken gebracht.
Der Fachtag richtet sich an Kurator*innen, Vermittler*innen aus Museen, Studierende sowie an externe Bildner*innen und widmet sich der Frage:
Wie kann eine angemessene museale Erinnerung an den schleswig-holsteinischen Kolonialprofiteur Sönke Nissen gestaltet werden?