Sept 2018 - Mai 2020

Projekt "Starthilfe"

Chancen statt Schulden für den globalen Süden

Im September 2015 wurden von den Vereinten Nationen die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) beschlossen. Der Finanzierungsbedarf zur Erreichung der Entwicklungsziele ist in vielen Ländern des Globalen Südens besonders groß. Dafür nehmen Staaten außer Entwicklungshilfekrediten von Staaten und Multilateralen Geldgebern (Weltbank, IWF, Europäische Investitionsbank) auch Kredite in Form von Staatsanleihen zu Konditionen von Finanzdienstleistern (Banken, Versicherungen) auf.

Über diese beiden Wege, kommen gerade ärmere Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika verhältnismäßig einfach an Gelder. Gerade die Herausgabe von Staatsanleihen mit einer Verzinsung von bis zu 10% ist für Anleger sehr attraktiv im Vergleich zu den niedrigen Zinsen die aktuell in Industriestaaten zu erwirtschaften sind.

Gedankenlose Kreditaufnahme und rücksichtslose Kreditvergabe ohne ausreichende Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit durch die Gläubiger führt aktuell in vielen Ländern des globalen Südens zu einer nicht mehr tragfähigen Schuldenlasst, mit katastrophalen Auswirkungen auf die Entwicklung dieser Staaten. Vor allem die oft damit einhergehende Reduzierung von Ausgaben im Bildungs- und Gesundheitsbereich treffen die Ärmsten der Armen.


Projektaufbau

Das Bildungsprogramm DEAR der Europäischen Gemeinschaft fördert das Projekt „Citizens for Financial Justice“. Über insgesamt sechs Organisationen in Europa werden Aktionen rund um das Thema Staatsverschuldung durchgeführt. Ziel des Projektes ist es Bürger zu informieren, zu vernetzen und zu befähigen sich gemeinsam für ein gerechteres globales Finanzsystem einzusetzen.

 

In Deutschland wird das Projekt maßgeblich vom Entschuldungsbündnis Erlassjahr.de mit Sitz in Düsseldorf geleitet, in dem das BEI seit zwei Jahrzehnten Mitglied ist, und als Einer von vier Partner in Deutschland Bildungs- und Kampagnenprojekte umsetzen wird.

Erlassjahr.de wird von derzeit über 600 Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft bundesweit getragen und ist eingebunden in ein weltweites Netzwerk nationaler und regionaler Entschuldungsinitiativen mit dem Ziel ein faires und transparentes Insolvenzverfahren für hochverschuldetet Staaten einzufordern.


Ziele und Aktionen in Schleswig-Holstein

Das Projekt hat in Schleswig-Holstein eine Laufzeit von September 2018 bis Mai 2020 und umfasst im Wesentlichen zwei Aktionspakete:

Während der Projektlaufzeit wird ein Netzwerk der Zivilgesellschaft und der Finanzwirtschaft in Schleswig-Holstein entwickelt. Dabei ist die Einbindung der Finanzwirtschaft als Akteur in der internationalen Finanzwelt ein wichtiger Partner in diesem Projekt. Ethisch vertretbare und nachhaltige Geldanlagen werden genauso thematisiert wie faire und transparente Entschuldungsprozesse.

In Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern und ihren Kontakten in die Länder des globalen Südens wollen wir das Thema Staatsverschuldung wieder in das Bewusstsein der Bürger bringen. Dazu sind eine Vielzahl von Veranstaltungen in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit aber auch zehn große öffentlichkeitswirksame Events geplant für die ein Mitwirken der Mitglieder unabdingbar ist. Wer jetzt schon weiß, dass er auf jeden Fall so ein Event bei sich haben möchte, kann sein Interesse bereits jetzt beim BEI bekunden wir freuen uns sehr darauf.

Mit beiden Aktionspaketen sollen auch die schleswig-holsteinische Landesregierung sowie die Mitglieder der kommunalen Spitzenverbände für die Problematik von Staatsschuldenkrisen sensibilisiert werden. Sie können sich für Entschuldungsprozesse für hoch verschuldete armer Länder und Regionen (kommunale Partnerschaften) einsetzen und damit der Entwicklung im Zeichen der SDGs fördern.


Veranstaltungen

Noch sind die einzelnen Veranstaltungen nicht terminiert, werden aber zeitnah hier zu lesen sein.


Träger, Partner und Unterstützer

Die Organisation Erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e.V. ist deutschlandweiter Träger des Projektes. Das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) als entwicklungspolitischer Landesverband ist Kooperationspartner. Das Projekt ist Teil des Bildungsprogramm DEAR der der Europäischen Union mit dem Titel „Citizens for Financial Justice“.

Unterstützt wird das Projekt in Schleswig-Holstein zusätzlich von der Umweltlotterie bingo! und dem kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche mit seinen regionalökumenischen Stellen.

Gefördert durch die Europäische Union

Diese Webseite wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union erstellt. Der Inhalt des Dokumentes unterliegt der Eigenverantwortung von Citizens for Financial Justice und Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI). Er spiegelt nicht unbedingt die Meinungen der Europäischen Union wider.

Ansprechpartner:

Volker Leptien
Projektleitung "Starthilfe - Chancen statt Schulden für den globalen Süden"

Bündnis Eine Welt
Schleswig-Holstein e.V. (BEI)

Walkerdamm 1
24103 Kiel
Germany

Office:
Hoogezand-Sappemeer-Ring 46
21502 Geestacht
Germany
Tel.: +49 (0)4152-91703-7
Fax: +49 (0)4152-91703-6
Mobile: +49 (0)176-49289249
Volker.Leptienbei-sh.org


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